NBA11: Wertvoll: One on One mit Teammitgliedern

Shownotes

Über Feedback freue ich mich immer: nobsagile@gmail.com. Ihr erreicht mich auch auf Mastodon unter https://podcasts.social/@nobullshitagile.

Kommentare und Diskussion gerne hier: https://forum.no-bullshit-agile.de/d/25-nba11-wertvoll-one-on-one-mit-teammitgliedern

Zusammenfassung

In Folge 11 von No Bullshit Agile beleuchtet Thomas die Bedeutung und den Nutzen von One-on-Ones im agilen Umfeld. Diese regelmäßigen Einzelgespräche bieten jedem Teammitglied einen wichtigen Raum, um über aktuelle Herausforderungen, Entwicklungen und persönliche Anliegen zu sprechen.

Thomas erklärt, dass One-on-Ones nicht die klassischen Feedback-Formate wie Peer-Feedback oder Jahresgespräche ersetzen, sondern speziell dem Tagesgeschäft dienen. Die Regelmäßigkeit der Gespräche sollte angepasst werden: wöchentlich für kleine Teams und alle zwei Wochen für größere. Er empfiehlt, feste Termine zu etablieren, um einen zuverlässigen Rhythmus zu schaffen.

Der Schlüssel zu erfolgreichen One-on-Ones liegt im Zuhören. Thomas nutzt Leitfragen als Orientierung, um das Gespräch zu strukturieren und wichtige Themen anzusprechen. Diese Fragen helfen, Themen wie Hindernisse, Unterstützung, Motivation und Teaminteraktion zu erörtern, sollten aber flexibel gehandhabt werden.

Er betont, dass One-on-Ones ein wertvolles Führungsinstrument sind, auch wenn die Gespräche nicht immer produktiv erscheinen oder sofort zu Ergebnissen führen. Wichtig ist, den Teammitgliedern Raum zu geben und sicherzustellen, dass sie sich öffnen können. Die Gespräche bieten Einblicke in die Bedürfnisse und Perspektiven der Teammitglieder und stärken die Kommunikation und Zusammenarbeit im Team.

Links

Letzte Folge „NBA10: Ein allzu oft vernachlässigtes Instrument in der Führung“

Artikel zum aktiven Zuhören

Leitfragen One on One

  • Über was reden wir gerade nicht, über das wir reden sollten?
  • Was möchte ich?
  • Was stoppt mich?
  • Was hilft mir?
  • Was motiviert mich?
  • Wie kann das Team mich unterstützen?

Transkript anzeigen

Hallo und herzlich willkommen bei NoBullshit Agile. Mein Name ist Thomas. Ich bin Teil eines agilen Teams und bespreche hier jede Woche Themen aus der agilen Projektwelt. Dabei orientiere ich mich an die großen Kategorien Menschen, Teams, Kunden, Projekte und Agilität. Mein Fokus liegt auf der Praxis daher auch der Name NoBullshit Agile. In der letzten Folge habe ich über das Thema zuhören als wertvolles Instrument gesprochen. Dies hier ist die Folge 11 und es geht heute um One on One mit Teammitgliedern. Ich verbute mal, One on One ist hier ein Begriff, trotzdem vielleicht eine kurze Zusammenfassung. Schlussendlich geht es darum, jedem Einzelnen aus dem Team einen Raum zu schaffen, die Möglichkeit zu geben, seine oder ihre Sicht auf die aktuelle Situation, was die Zusammenarbeit, die Projekte, jegliche Themen eigentlich anbelangt. Dieser Input ist schlussendlich total wertvoll für das, was wir machen, für unsere Entscheidungen. Die One on One helfen halt, einen guten Blick zu bekommen darauf, wo jedes Teammitglied gerade steht. Das gilt übrigens auch für Weiterentwicklungen. Sie sind sicherlich kein Ersatz für andere Feedback-Formate wie zum Beispiel Peer Feedback, also Feedback aus dem Team heraus oder ganz klassische, ich sage mal, Jahresendgespräche oder so. Sondern im One on One geht es halt tatsächlich um das Tagesgeschäft. Daher findet das One on One auch in viel kürzeren Zyklen als solcher anderen Formate statt. Es gibt so eine Daumenregel, wenn das Team fünf Leute oder weniger ist, sollte man versuchen, das One on One tatsächlich einmal die Woche zu machen. Bei größeren Teams sagt man, es ist okay, das alle zwei Wochen zu machen. Bei mir ist es so, dass ich tatsächlich die One on One alle zwei Wochen habe, die sollten laut Lehrbuch, ich mache gerade Gänsefüßchen in der Luft, so eine halbe bis eine Stunde lang sein. So viel Zeit sollte man schon einplanen. Die Regelmäßigkeit spielt dabei eine ganz große Rolle. Sollte halt einfach ein verlässlicher Zeitraum sein. Daher ist mein Tipp da ganz klar, einfach wiederholende Termine einzustellen, sodass für jeden Einzelnen das One on One immer an einem festen Tag zu einer festen Uhrzeit ist, damit man so ein Rhythmus rein bekommt. Wichtig ist, das One on One ist wirklich der Raum für den Gesprächspartner oder die Partnerin. Es geht nicht darum, dass jemand in einer führenden Rolle ein Report bekommt oder in einer führenden Rolle seine Nachrichten dem Teammitglied sendet, sondern es geht darum, dass das Teammitglied seinen Platz hat. Wir wollen ja das Feedback von dem einzelnen Teammitgliedern haben. Jetzt gibt es andere Plätze, wie zum Beispiel eine Retro, wo das Team ja gegenseitig auch schaut, was habe ich da gemacht oder was haben wir gemacht. Auch das ist hier nicht Gegenstand. Es geht wirklich darum, das Potenzial abzuschöpfen. Jedes Teammitglied hat seinen Blick darauf auf die letzten 14 Tage zum Beispiel, hat seine eigenen Erlebnisse und ja, wie gesagt, es geht darum, da einfach Platz zu schaffen für jedes einzelne Teammitglied. Die wichtigste Komponente dabei ist tatsächlich das Zuhören. Dazu hatte ich ja tatsächlich die letzte Folge gemacht und auch ein Artikel geschrieben. Hör da gerne noch mal rein. Aber das Zuhören ist, ich sage einmal, ja, die Grundbedingungen damit ein One on One überhaupt funktioniert. Ich persönlich habe mir für das One on One tatsächlich ein paar Leitfragen rausgesucht. Das ist für mich ein Mischmasch aus Artikeln, die ich so gefunden habe. Die Leitfragen habe ich den einzelnen Teammitgliedern geschickt und in dem allerersten One on One auch noch mal im Einzelnen erklärt. Leitfragen sind jetzt keine Liste, die man runterrat hat und zu jeder Leitfrage dann einen Satz sagt, sondern sie sind eben Leitfragen. Sie dienen dazu, ich sage einmal so ein bisschen zu inspirieren, über was kann ich denn überhaupt im One on One reden? Meine Leitfragen sind die folgenden Nummer 1, über was reden wir gerade nicht, über das wir reden sollten. Hier geht es darum, ja, ich sage mal, eine Chance zu bieten, auch unangenehme Themen anzusprechen. Das wird meiner Erfahrung nach nicht immer angenommen und auch das ist okay. Es geht nicht darum, alles aus jemandem rauszuholen, wenn jemand nicht darüber reden möchte über unangenehme Dinge, dann muss er oder sie das eben auch nicht tun. Die nächste Leitfrage ist, was möchte ich? Es geht übrigens, wenn ich sage, ich immer um den Geschwächspartner, also derjenige aus dem Team der in One on One gerade hat. Genau, was möchte ich? Da geht es um alles Mögliche. Also, es geht um, ich möchte nur das Laptop, es geht um, ich möchte mit dir nochmal in Ruhe sprechen über folgende Situation. Ich möchte mehr aus dem Bereich Thema hier einsetzen, Softwareentwicklung, ja, was krippt oder weiß ich nicht, was reden. Das nächste ist, was stoppt mich? Da geht es darum, keine Ahnung, es ist zu laut im Büro oder meine Maus wackelt oder ich komme nicht mit Teammitglied Y hier einsetzen klar. Die nächste Frage ist, was hilft mir? Da geht es natürlich ganz klar um Unterstützung. Ich könnte eine Schulung gebrauchen zum Thema, weiß ich nicht. Das nächste wäre, was motiviert mich? Da geht es um die Perspektive. Das mache ich total gerne. Das Projekt war toll. Diese Story hat mir sehr viel Spaß gemacht. Und letzte Leitfrage, wie kann das Team mich unterstützen? Da geht es darum, vielleicht gibt es gewisse Konflikte. Vielleicht ist es so, dass jemand dann in dem Moment was erzählt und sagt, ich hatte folgende Situation mit Person Y und das hat mir überhaupt nicht gefallen. Das sind, wie gesagt, eben Anknüpfungspunkte. Und nochmal kurz betont, in One on One geht es nicht darum, diese Leitfragen runter zu rattern. Sie sind halt Leitfragen. Wenn jemand über was ganz anderes sprechen möchte, was vielleicht gar nicht so richtig zuzuordnen ist, dann ist das auch Willkommen. Wir wollen ganz gerne, ich sage mal, eine Umgebung schaffen, wo Teammitglieder Stück für Stück freier reden. Das wird nicht beim ersten One on One so sein. Und es ist auch vollkommen okay, wenn ein Teammitglied sagt, ich habe nichts und ihr zusammen einfach nur fünf Minuten Kaffee getrunken habt und euch über, weiß ich nicht, das neueste Spiel unterhalten habt oder die neueste Serie. Auch das ist Teil eines One on Ones. Meine Erfahrung nach ist es so, dass die Leute sich Stück für Stück öffnen. Wenn sie merken, okay, das bringt mir was, das ist wirklich kein Report-Meeting oder so, dann werden die sich, wie gesagt, Stück für Stück öffnen. Ich selber halte mich tatsächlich in die Meeting zurück. Ich sage das auch ganz explizit. Du, das ist hier dein Meeting. Ich würde jetzt hier nicht anfangen, das Gespräch zu führen. Wenn es Themen gibt, wenn du Feedback von mir haben möchtest, dann sag das auch sehr gerne und dann mache ich das auch gerne. Aber ich versuche so lange wie möglich in einer Phase zu bleiben, wo eben das Teammitglied erzählt oder das Teammitglied redet. Eine kleine Hilfestellung dazu ist tatsächlich das, was ich in der letzten Folge, in der Folge 10 gesagt habe, nämlich diese schöne Frage, was noch, was hast du noch? Da würde ich auch versuchen, diese Frage lange zu stellen. Es wird meiner Meinung nach nicht als unangenehm empfunden und wie gesagt, die Leute fangen dann eben an, irgendwann zu sagen, nee, mehr habe ich eigentlich nicht. Um das auch noch mal zu betonen, es ist dann wie gesagt vollkommen okay, wenn ihr vielleicht nur zehn Minuten zusammengesessen habt. Ich habe da alles erlebt von, oh, es gibt super viel zu erzählen, bis hin zu, du, eigentlich habe ich gar nichts und dann haben wir nach fünf Minuten tatsächlich das one-on-one auch schon wieder beendet. Aber das hängt auch ganz stark davon ab, was das Teammitglied in den 14 Tagen erlebt hat. Seid da also nicht enttäuscht, das ist vollkommen okay, wenn jetzt aus einem one-on-one vielleicht für euch gefühlt gar nichts rausgekommen ist. Passiert ist dann trotzdem was, nämlich ihr habt jedem einzelnen einen Raum geboten. Für denjenigen, der jetzt diese one-on-ones macht, kann ich auch sagen, ja, die können natürlich auch anstrengend sein. Natürlich kommen dann, wenn es gut läuft und genauso muss man es ja sehen, Themen raus, die unangenehm sind, wo ihr vielleicht auch gar nichts mit anfangen könnt, gerade die ihr vielleicht sogar als anstrengend empfindet. Nehmt es wirklich als Chance und denkt da dran, ihr müsst im one-on-one auch nicht sofort diese Themen beantworten, ihr müsst nicht Rede und Antwort stellen. Das wäre tatsächlich auch ein Tipp. Versucht das auch gar nicht erst, versucht nicht in irgendeine Rechtfertigungsecke zu kommen. Nehmt die Themen ernst und nehmt sie mit und gebt auch das Feedback, das ihr das Thema mit nehmt, ihr aber auch Zeit braucht darüber nachzudenken und nehmt euch auch die Zeit. Ihr könnt dann ja unabhängig von dem one-on-one oder im nächsten one-on-one darauf auch nochmal eingehen. Wie gesagt, wenn ich das mal so zusammenfasse, das ist ein super wertvolles Instrument in der Führung. Ihr erfahrt auf dieser Art und Weise einfach super viel, wo stehen die einzelnen Leute in eurem Team und jedes Teammitglied hat halt einfach auch sehr viel davon eine Chance überhaupt zu haben, in einem Rahmen, in einem regelmäßigen Rahmen mit euch über Themen zu sprechen. Das heißt, das ist wirklich etwas, wo beide Seiten was von haben. Seid nicht enttäuscht, wenn das nicht immer sofort funktioniert, seid nicht enttäuscht, wenn ihr das Gefühl habt, eigentlich möchten die Leute noch über mehr reden, aber sie tun es gerade nicht. Die erste Leitfrage hilft dann sicherlich und wahrscheinlich findet das Gespräch, das ihr vermutet in einem nächsten, übernächsten oder übernächsten one-on-one tatsächlich auch statt. Ja, das soll es tatsächlich auch schon für diese Folge gewesen sein, one-on-one, ein super Mittel, um an das Team ranzurücken, um dem Team oder jedem Teammitglied die Chance zu geben, ja, ich sag mal Gedanken zu teilen. Wenn du Feedback hast, dann erreichst du mich wie folgt, du kannst mir zum Beispiel eine Mail schreiben unter nobias@gmail.com, falls du auf Masterlonnen bist, dann kannst du mich auch unter nobibullshit@gmail@podcast.social erreichen. Weiterhin gibt es ein Forum, in dem Forum gibt es zu jedem Artikel und zu jeder Podcastfolge in Diskussionsred. Das Red ist jeweils hier in den Journalnutz verlinkt. Wie gesagt, ich freue mich sehr über Feedback, über deine Ideen, über deine Meinung dazu. Ich würde die gerne auch in die Folgen hier einfließen lassen. Deswegen, wenn du irgendeine Art von Feedback hast, ich freue mich natürlich auch über Positives, aber auch über Kritisches, dann hinterlass mir sehr gerne Feedback. Habt noch eine ganz tolle Woche und wir hören uns beim nächsten Mal. Bye. [Musik] [Musik] [风räumt bis zum Laddsch Hughes Endspiébeat hervorliegen ]

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.