NBA18: Den Kunden mitnehmen
Shownotes
Über Feedback freue ich mich immer: nobsagile@gmail.com. Ihr erreicht mich auch auf Mastodon unter https://mastodon.social/@nobsagile.
Kommentare und Diskussion gerne hier: https://forum.no-bullshit-agile.de/d/34-nba18-den-kunden-mitnehmen
Zusammenfassung
In der 18. Folge von No Bullshit Agile beleuchtet Thomas, wie wichtig es ist, den Kunden während eines Projekts umfassend aufzuklären. Er betont, dass Kunden oft nur oberflächlich mit agilen Methoden vertraut sind und dass es unsere Aufgabe ist, ihnen die Prinzipien und Vorteile der Agilität klar und verständlich zu vermitteln.
Thomas teilt eine persönliche Erfahrung, in der trotz ausführlicher Erklärungen und Diskussionen der Kunde immer noch nach dem Enddatum des Projekts fragte, was auf eine unzureichende Aufklärung hinweist. Dies verdeutlicht, dass kontinuierliche Kommunikation und Aufklärung unerlässlich sind, um sicherzustellen, dass der Kunde die agile Vorgehensweise wirklich versteht und schätzt.
Er hebt hervor, dass Kunden unterschiedlich weit in ihrer Agilität sind, und dass es wichtig ist, deren Verständnis regelmäßig zu überprüfen und anzupassen. Effektive Aufklärung geht über das Fachliche hinaus und sollte auch potenzielle Werte und Nutzen der agilen Methoden verdeutlichen.
Thomas lädt Hörer ein, ihre eigenen Erfahrungen und Tipps zum Thema Kundenaufklärung zu teilen und bietet verschiedene Kontaktmöglichkeiten für Feedback an.
Links
Letzte Folge NBA17: Wer agil ist muss nicht planen?
NBA13: Agile Projektplanung
Transkript anzeigen
Hallo und herzlich Willkommen bei NoBullshit Agile. Mein Name ist Thomas. Ich bin Teil eines Agilenteams und bespreche hier jede Woche Themen aus der Agil-Projektwelt. Dabei orientiere ich mich an den großen Kategorien Menschen, Teams, Kunden, Projekte und Agilität. Man fokussiert auf der Praxis, daher auch der Name NoBullshit Agile. In der letzten Folge hatte ich mir das Thema "Wer Agiles muss nicht Planen vorgenommen?" Wenn dich das interessiert, hör da gerne rein. Dies ist die Folge 18 und heute will ich darüber sprechen, dass es wichtig ist, den Kunden mitzunehmen und tatsächlich auch aufzuklären. Was meine ich damit? Ich stelle für mich selber immer und immer wieder fest, dass es unheimlich wichtig ist, den Kunden auf der Reise mitzunehmen. In der fachlichen Ebene ist der Kunde drin. Der steckt in seinem Projekt. Das ist überhaupt kein Problem. Aber wie man ein Projekt macht, da steckt der Kunde oft nicht so drin. Wir machen uns viele Gedanken dazu im Bereich Agilität, über all die Themen, die ich hier im Podcast auch bespreche und stecken deswegen viel, viel tiefer drin, was zum Beispiel der Nutzen der Agilität ist. Ich stelle immer wieder fest, der Kunde ist nicht an dieser Stelle. Das ist auch tatsächlich verständlich. Für uns ist es Kerngeschäft. Wir überlegen stark, was müssen wir alles tun, um Agil zu sein. Wir lesen viel, wir sind aktiv, wir probieren Dinge aus, wir diskutieren Dinge. Der Kunde, zumindest die Kunden, die ich so habe, steckt sehr in der Fachlichkeit. Der will seine Funktion in Produktion bringen, um einen Wert zu erhalten. Und insofern ist es eigentlich nur verständlich, dass der Kunde eben einfach nicht so tief drin ist, wie wir das sind. Und das bedeutet, man darf nichts für selbstverständlich nehmen. Ich merke, dass Kunden schon in die Agilität reinkommen und das mittlerweile schon länger, muss man halt sagen, beim Kunden auch angekommen ist im Prinzip. Aber oberflächlich. Das ist echt nicht böse gemeint, sondern ein verständlicher Fakt. Und deswegen habe ich für mich mir fest vorgenommen, dass ich eben viel mit dem Kunden auch auf dieser Metaebene sprechen will. Und erst dann wird es, glaube ich, auch einfacher in der Zusammenarbeit mit dem Kunden. Aufklärung habe ich mir hier notiert, als eine Übersetzung für dieses schöne Wort Education. Ehrlich gesagt, ich bin mit der Übersetzung nicht ganz so zufrieden, aber es ist die Beste, die ich gerade gefunden habe. Es gibt ja dieses Educated Customer und ich habe es jetzt im Titel übersetzt mit den Kunden mitnehmen. Ich habe tatsächlich das Thema schon ein bisschen länger hier auf dem Zettel für eine Folge und hatte dieser Woche aber wieder so ein Erlebnis, wo ich gedacht habe, okay, das passt eigentlich gut, die Folge jetzt auch zu machen. Ich spreche mit dem Kunden schon ein bisschen länger darüber, dass wir gerne mal versuchen sollen, Projekte Agila zu machen. Ich verlinkt dir hier in den Show-Nutz mal eine Folge. Ich glaube, das war die Folge 13, Agile Projektplanung, wo ich ein bisschen vorstelle, was ich mir darunter so vorstelle. Und habe in mehreren Workshops und Meetings das Thema angesprochen, erst an der Oberfläche. Dann sind wir immer mal ein bisschen tiefer reingetaucht. Warum will man wohl Projekte Agile machen? Und ein gutes Argument ist tatsächlich ja, okay, wenn wir das Agila gestalten, dann kriegst du Teile deines Projekts früher auf die Straße und wie so oft früher auch ein Feedback. Es ist besser managbar. Die einzelnen Schritte, die einzelnen Versionen nenne ich es ja immer, die man da so veröffentlicht kann. Die sind besser im Handling, Customer Feedback, Qualitätssicherung, dann Verbesserungszüglichen da dran. Das ist alles einfacher managbar, wenn ich mir ein großes Projekt in kleine Teile zerlege. Es ist natürlich auch so, dass eine große Möglichkeit schafft, wirklich nur das zu entwickeln, was der Kunde denn wirklich braucht. Überall die Themen habe ich viel mit dem Kunden gesprochen. Wir haben dann auch darüber gesprochen, dass dann eine Angebotsgestaltung auch anders sein muss. Der Kunde ist relativ groß, die haben natürlich ein Einkaufsprozess und Einkaufsregeln. Auch das ist einfach verständlich, dass Kunden so was haben. Ab einer gewissen Größe entscheidet das nicht mehr in Einzelnen, sondern da gibt es eben halt ganz generelle Vorgaben, wie Einkauf stattfinden muss. Verstehe ich auch alles. Also wir haben nicht nur über Vorteile von Agila Projektentwicklung gesprochen und nicht nur darüber gesprochen. Was heißt das denn ganz konkret? Also wir haben halt gerade ein Projekt, wo sich das einfach super vereignet, sondern wir sind dann noch einen Schritt weitergegangen und haben auch darüber gesprochen, was das für Vertragssituationen, Angebote, Einkaufssituation bedeutet. Das war jetzt nicht mal eine viertel Stunde darüber gesprochen, sondern wirklich in mehreren Sessions immer mal wieder auch dieses Thema besprochen und ich habe Zug und Zug versucht immer mehr Details zu erklären und hatte eigentlich gedacht, okay, ich habe es ganz gut erklärt. Und wir haben dann auf diese Art und Weise mit dem Projekt angefangen und haben einen Vorschlag halt gemacht für eine erste Version, damit der Kunde sofort auch was benutzen kann. Und der Kunde war auch sehr begeistert davon und fand die Idee auch wirklich toll. Und hatten dann diese erste Version auch geliefert und in dem Jurifix besprochen ganz am Anfang vom Projekt, dass ich im Prinzip mal vorstelle, wie unsere Sicht auf das Projekt ist, was alles Anforderung ist und dem Kunden eine Übersicht gegeben und ihn gebeten, wenn er Lust hat, zu gucken für die weiteren Stories, die wir umsetzen, ob er nicht eine andere Reihenfolge definieren möchte. Und habe natürlich Zeit gegeben, habe gesagt, okay, wenn ihr da nicht zukommt oder ihr sagt, die Reihenfolge ist eigentlich gut, entwickeln wir halt ansonsten in der Reihenfolge, die wir vorgeschlagen haben weiter und das fand der Kunde auch ganz gut. So, jetzt ist das Projekt zweieinhalb Wochen alt und wir hatten weitere Jurifixe und diese Woche in dem Jurifix habe ich das Thema nochmal angesprochen. Bald gesagt, okay, so weit sind wir, wir haben schon einiges doch ist fertig und mein Angebot war ja an euch, ihr könnt euch gerne die Reihenfolge mal überlegen und wollt ihr denn an dieser Reihenfolge was ändern und die Reaktion vom Kunden war dann tatsächlich ein bisschen unerwartet von mir, weil die Frage an mich dann tatsächlich kam, wann das Gesamtprojekt fertig ist, wie denn da mein Plan wäre. Und ich hatte mal so eine Aussage gemacht, unter folgenden Bedingungen, stell ich mir das wie folgt vor und war jetzt aber tatsächlich, weil ich gedacht hatte, ich hätte es eigentlich gut erklärt, wo der Vorteil der Agilität liegt, ein bisschen erstaunt von dieser Frage. Ich habe die dann ganz ordentlich beantwortet, denke ich und weiterhin noch mal bis drüber gesprochen, welche Vorteile sie denn hätten, wenn sie eine Reihenfolge festlegen, dass man ja früher bestimmte Teile wieder live bringen könnte, aber der Fokus war jetzt wirklich auf so, wann ist denn alles fertig und ich hatte ja vorhin schon erzählt, ich habe über dieses Thema Projektplanung, Agile Projektplanung, meine Folge gemacht und da spreche ich dann unter anderem auch darüber, dass es eigentlich unmöglich ist, aus meiner Sicht heraus zumindest zu definieren, wann ist alles fertig, denn es ist ja schon unheimlich schwierig, alles überhaupt zu definieren. Und ich hatte eigentlich gedacht, ich wäre mit dem Kunden an so einem Punkt, dass er da die Kurve gedanklich gekriegt hat und verstanden hat, was Agil bedeutet und worauf ich da hinaus will und vor allen Dingen auch, wo denn die Vorteile des Kunden sind. Und das hat mir so eine Reflexion auch mal gezeigt, dass dieses Thema den Kunden mitnehmen, also dieses Thema der heutigen Folge halt super wichtig ist, denn ich muss was falsch gemacht haben. Ganz klar, ich muss Dinge nicht gut erklärt haben, nur so kann ich es mir erklären, dass wir an der Stelle waren in die Meeting, wo der Kunde die Chance nicht ergriffen hat zu gestalten und zu sagen, dann hätte ich gerne das und das, damit ich das dann live schalten kann, sondern so ganz klassisch auf dieses Enddatum gegangen ist, wann ist denn alles fertig? Ich mache gerade wieder mal Gänsefüße in der Luft. Ich habe da ehrlich gesagt jetzt bei diesem ganz konkreten Fall noch keine Antwort für mich gefunden. Ich weiß nicht an welchen Stellen ich noch Maßnahmen hätte ergreifen können. Das ist alles überhaupt nicht schlimm, also nicht, dass ihr das Feld versteht. Ich sitze jetzt nicht hier und denke mir, oh Gott, alles komplett gescheitert. Aber es ist schon so, dass mir dieses den Kunden mitnehmen, nochmal sehr in Fokus gekommen ist. Das gilt übrigens nicht nur für, wie führen wir ein Projekt durch. Ich denke, es ist unsere Aufgabe, den Kunden an allen Stellen mitzunehmen und an allen Stellen auch Aufklärung zu machen. Das ist gar nicht oberlehrermäßig gemeint, sondern wirklich, ich finde, es ist eine unserer Kernverantwortung und wirklich auch eine unserer Domänen, dass wir mit dem Kunden gemeinsam daran arbeiten, nicht nur auf der fachlichen Ebene, was ist eine ganz klassische fachliche Anforderung, sondern auch eine Ebene darüber, auf der Metaebene. Welche Werte können wir noch schöpfen? Was mir dabei auffällt ist, dass ich ganz stark darauf achten muss, je nach Kunde, wo steht der Kunde denn überhaupt. Und ich sowieso versuche möglichst viel vom Kunden zu verstehen. Also in welcher Rolle ist da die Person, mit der ich da täglich spreche, wo steht der Kunde insgesamt auf dem Markt, was beschäftigt ihn, was ist der Wettbewerb, da um wirklich Stück für Stück, vor allem auf fachlicher, aber eben dann auch auf nicht fachlicher Ebene beraten zu können. Und Kunden haben halt eine gewisse Aufbauorganisation und die ist von dem, was ich weiß, gerade bei den größeren Kunden immer noch ziemlich star, immer noch ziemlich klassisch hierarchisch aufgebaut. Wir hatten vorhin das Thema Einkauf, aber es gibt dann auch eine Security-Abteilung, es gibt ich sage mal Positionsbeschreibung und manchmal sind die gar nicht so überschneidungsfrei, manchmal habe ich Schwierigkeiten, mit wem spreche ich denn hier und müsste ich vielleicht noch wen anders ansprechen oder zumindest vorschlagen, wen anders noch in einen Meeting dazu zu holen. Und das meine ich mit den Kunden mitnehmen und aufklären. Immer die Sichtspiegeln, die ich habe in meiner Rolle auf eine respektvolle Art und Weise natürlich, aber immer zu vermitteln, wo noch Potenzial zumindest aus meiner Sicht ist. Und wie gesagt, Kunden stehen echt an unterschiedlichen Stellen, manche sind einen guten Schritt weiter in der Agilität und erkennen die Vorteile, manche stehen da ganz am Anfang, bei manchen merk ich halt, dass sie das auch missverstanden haben, selbst wenn die MyWorkshops hatten, da ist so der Filter drin von sie wollen das hören oder sehen, was sie hören oder sehen wollen und blenden andere Dinge aus. Die Erfahrung fehlt einfach im Umsetzen von Projekten auf eine Agilat und Weise zumindest, wie gesagt, ist es so meine Erfahrung. Und die Folge heute, die soll vor allen Dingen so dastehen für, denkt ihr über sowas nach, wenn ihr nicht darüber nachdenkt, wird es meine Ermunterung, dass ihr versucht, gemeinsam mit dem Kunden in diese Richtung zu gehen, nicht nur fachliche Gespräche zu suchen, sondern eben auch diese Art von Gesprächen. Und wenn ihr sowas macht und da Erfahrung habt, dann freue ich mich wie immer auf ein Feedback. Und das soll es eigentlich für die Folge heute auch schon gewesen sein. Ich freue mich, dass du bis zum Ende zugehört hast und Feedback ist für mich super, super wichtig, damit ich erfahre, wie ihr so zu Themen denkt, damit ich auch erfahre, was ich vielleicht hier im Podcast besser mache. Deswegen, wenn du Feedback hast, keine Scheu immer immer her damit, vor allen Dingen auch Kritik, nehme mich super gerne an, du erreichst mich auf verschiedene Wege, einmal über Mail an nobis@jllgmail.com, wenn du auf Mastodon bist, ich habe auch ein Mastodon Account und zu jeder Folge, aber nicht nur zu jeder Folge, gibt es die Möglichkeit in einem Forum, was ich gestartet habe, darüber ins Gespräch zu kommen. Alle Links findest du wie immer in den Show-Notes, habt noch eine ganz tolle Woche und bis zum nächsten Mal. Bye! SWR 2018 [Abspann]
Neuer Kommentar