NBA53: Die Power von Teams

Shownotes

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NBA52: Das große Ganze - ein Jahr NBA

NBA02: Rollen in Kanban? SDM und SRM

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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen bei No Bullshit Agile. Mein Name ist Thomas. Ich spreche jede

00:00:08: Woche kurz und knapp über Themen rund um agiles Arbeiten und in der letzten Folge habe ich auf

00:00:13: ein Jahr NBA zurückgeblickt und geschaut, was ich so gelernt habe. Den Link zu dieser Folge und alle

00:00:20: weiteren Links, die ich hier irgendwie erwähne, findest du wie immer in den Shownotes. Heute in

00:00:25: dieser Folge, in der Folge 53, geht es um ein Ereignis, das mir noch mal ziemlich deutlich

00:00:30: gezeigt hat, wie groß die Power eines Teams sein kann. Bei uns ist in letzter Zeit viel passiert.

00:00:37: Wir haben schlussendlich Anpassungen an unserem Board vorgenommen und damit einfach unsere

00:00:43: Arbeitsweise deutlich verbessert, unseren Durchsatz deutlich erhöht. Und was auch noch passiert ist,

00:00:51: wir reden viel mehr über unsere Prozesse. Wir reden viel mehr darüber, was es bedeutet,

00:00:56: agil zu arbeiten, was es bedeutet, den Flow zu optimieren. Und das ist auch toll, es ist nicht

00:01:04: nur innerhalb unseres Teams so, sondern wir überlegen im Team auch, wie wir die Zusammenarbeit

00:01:11: mit unserem Umfeld verbessern können. Mit einem externen Entwicklerteam, mit allen Stakeholdern

00:01:16: im Projekt. Und das ist wirklich krass und ich freue mich einfach so sehr, dass das gerade alles

00:01:23: passiert. Wir kommen immer und immer mehr dahin, gute Software schnell liefern. Was bedeutet das

00:01:30: wirklich? Was dabei super mega toll ist, ist, ich in meiner Rolle hatte damit einfach gar nichts zu

00:01:38: tun. Vielleicht noch mal ganz kurz zu meiner Rolle. Ich bin, also wir machen Kanban, ich bin, wenn ihr

00:01:45: das so wollt, Service Request Manager. Ich habe mal zwei mögliche Rollen in Kanban erklärt. Das ist

00:01:51: die Folge NBA 2. Ja, auch der Link ist in den Shownotes. Aber ich war überhaupt nicht involviert.

00:01:59: Ich erkläre gleich ein bisschen, was so passiert ist. Die Idee kam überhaupt nicht von mir oder

00:02:04: diese Ideen zur Verbesserung, sondern eben aus dem Team. Und ich möchte mit dieser Folge euch

00:02:10: ermutigen, ja, wenn ihr auch in einer, ich sag mal eher führenden Rolle seid, dem Team den Freiraum

00:02:18: zur Gestaltung wirklich zu geben, das ernst zu nehmen, aber natürlich auch einen Rahmen zu

00:02:23: schaffen. Also nicht im luftleeren Raum, aber mit einem Rahmen, wirklich dem Team die Freiheit

00:02:29: komplett zu geben und darauf auch zu vertrauen. Und wenn du Teammitglied bist, würde ich dich

00:02:34: gern mit dieser Folge ermutigen wollen, ja, diesen Freiraum einzufordern, mit Leuten darüber

00:02:40: zu sprechen, dass dieser Freiraum Sinn macht und dass das einfach ein großer Erfolg für das ganze

00:02:45: Team und damit natürlich auch fürs Unternehmen sein kann. Lass uns aber vorne mal anfangen. Also

00:02:50: ich bin der festen Überzeugung und bin der Meinung, das steht auch überall, ein Team sollte seine

00:02:56: Prozesse und seine Arbeitsweisen selber gestalten können. Und das Unternehmen macht eben Rahmen

00:03:01: Vorgaben, in dem das Team diese freie Gestaltung hat und unterstützt das Team bei dieser Gestaltung.

00:03:09: Und wie gesagt, was für krasse Auswirkungen das haben kann, das habe ich jetzt gerade wieder

00:03:16: mal erlebt. Wie ihr wisst, wir entwickeln Software für Kunden und wir haben natürlich einen gewissen

00:03:22: Ablauf, der auch so Sinn macht. Das ist so erstmal unser Standardflow, wie Dinge bei uns ja von A

00:03:30: nach B nach C wandern, bis sie dann irgendwann in Produktion sind. Wir haben aber auch festgestellt,

00:03:36: dass wir mit unserem Board, das ja nur der Sklave ist, der unseren Flow so abbilden soll,

00:03:41: nicht so glücklich sind. Wir hatten alle das Gefühl, irgendwie ist das nicht optimal. Irgendwie

00:03:48: muss in unserem Flow doch noch was gehen. Da muss dann noch mehr drin stehen. Ich habe mir da super

00:03:54: viel Gedanken zugemacht und überlegt, wie sieht unsere Arbeitsweise aus und warum bildet das

00:04:01: Board das nicht ab, beziehungsweise was hindert uns denn im Board da dran. Aber ich bin da nie zu

00:04:08: einer richtig guten Idee gekommen. Wir haben im Team auch immer wieder darüber gesprochen. Aber

00:04:14: vielleicht, das ist mir heute so ein bisschen klar geworden, hatte ich da einfach auch eine zu

00:04:18: aktive Rolle. Ich habe das nicht aus Bosheit gemacht. Ich wollte dem Team helfen, aber ich

00:04:25: glaube, ich habe einfach unbewusst da einen Rahmen vorgegeben, den ich nicht hätte vorgeben sollen,

00:04:31: sodass das Team schlussendlich nur in diesem nicht weiter definierten Rahmen agieren konnte.

00:04:38: Die Lösung sitzt aber ganz woanders. Sprich, es wäre vielleicht gar nicht schlecht gewesen,

00:04:43: dem Team natürlich zu helfen. Das ist ein großer Teil meiner Rolle, aber eben nicht auf der

00:04:49: inhaltlichen Ebene. Ja, schlussendlich sprach mich dann tatsächlich ein Teammitglied an und sagte,

00:04:56: du, ich habe da eine Idee und die würde ich gerne mal ausprobieren. Ich glaube, das ist näher an dem,

00:05:03: wie wir wirklich arbeiten, beziehungsweise sogar, wo wir hinwollen in unseren Arbeitsprozessen. Wir

00:05:09: reden halt unter anderem gerade sehr viel über agiles Arbeiten und iteratives Arbeiten und frühe

00:05:17: Inkremente liefern, um in diesen Feedbackzyklus zu kommen. Und ja, das Teammitglied sagt es mir,

00:05:24: du, ich glaube, ich habe da so eine Idee. Und ich glaube, wie gesagt, das kam jetzt ein

00:05:29: bisschen aus, wir reden viel über gute Software schnell liefern. Und vielleicht war das,

00:05:35: und da würde ich mich natürlich auch freuen, so ein bisschen so ein Anstoß. Der Kollege stellte

00:05:41: so seine Idee vor, ging das mit mir durch, sagte hier, pass auf, so und so und da und da. Und mir

00:05:46: war praktisch nach fünf Sätzen klar, das ist es. Und was halt wirklich krass ist, mir wurde auch

00:05:55: sofort klar, ich wäre da nie drauf gekommen. Wie gesagt, ich habe eine andere Rolle als die Menschen,

00:06:04: die bei uns entwickeln. Ich sehe unseren Flow aus einer anderen Perspektive als das Team,

00:06:10: das dann, ja, ich sage mal, mit ihrem Ausschnitt drauf guckt. Und trotzdem habe ich auch immer

00:06:15: überlegt, wie kann ich deren Teil denn besser machen. Ja, wie gesagt, also er stellte mir das

00:06:22: so vor, hatte, ja, ich sage mal, so ein bisschen Grafiken vorbereitet. Und ja, mir war ehrlich

00:06:28: gesagt sofort klar, ja, das ist es definitiv. Ja, ich habe dann sofort gesagt, du, pass auf. Und

00:06:35: wir sind gerade in der wilden Phase von einem Projekt. Egal, wir nehmen uns jetzt die Zeit,

00:06:40: lass uns mal mit dem Team zusammensetzen. Erzähl mal ein bisschen, was deine Idee ist. Und lass

00:06:46: mal gucken, ob das Team noch, ja, ich sage mal, ein paar Erweiterungsideen dazu hat. Und genauso

00:06:50: war es dann auch. Es gab hier und da ein paar kleine Optimierungsvorschläge. Und dann haben

00:06:55: wir das so einfach so umgesetzt. Wir haben also unser Board, ja, ziemlich stark umgebaut. Ja,

00:07:01: mussten dann Stories und Tasks migrieren, damit das alles funktioniert. Alles mitten in so einem

00:07:06: Hardcore-Relaunch-Projekt. Aber das war es mir wert, weil es mir so klar war, dass uns das einen

00:07:12: Riesenschritt voranbringt. Und wie gesagt, hatte ich am Anfang schon gesagt, es ist definitiv so.

00:07:17: Wir sind wirklich also deutlich schneller geworden. Wir haben weiter optimiert. Diese

00:07:23: allererste Version, die war dann auch noch nicht optimal. Aber das ganze Team hatte so viele

00:07:30: Anmerkungen und war so tief drin in, ja, aber Moment mal, dann müsste man das doch jetzt noch

00:07:35: so machen. Und dann müsste man das doch jetzt noch so machen, dass es uns auch sehr leicht gefallen

00:07:40: ist, diese nächsten Schritte zu gehen und diese Optimierungspunkte in dem Flow beziehungsweise

00:07:46: in dem Board zu finden. Ein grandioses Erlebnis. Und in diesem Ganzen, wir beschäftigen uns auf

00:07:54: einmal mit unserem Prozess, ist halt auch so viel in den Köpfen passiert. Dieses, wie wollen wir in

00:08:02: Zukunft arbeiten? Wo steckt doch ein Potenzial? Das Board bildet ja nur irgendetwas ab. Es ist

00:08:08: ja vielmehr der Flow an sich. Da ist so viel passiert. Es ist einfach toll zu sehen. Wir reden

00:08:16: jetzt darüber, wie wir unser Umfeld verbessern können, was wir tun können, damit unser Umfeld

00:08:22: auch schneller wird, damit unser Umfeld uns besser versteht. Wie gesagt, das ist ein ganz,

00:08:28: großer Schritt, den wir da gemacht haben. Und mein ganz persönliches Learning ist,

00:08:33: das ist nur entstanden, weil es eben aus dem Team kam. Für mich, wenn ihr in einer leitenden Rolle

00:08:41: seid, setzt einen Rahmen, das müsst ihr tun, in dem dann Menschen frei gestalten können. Wirklich

00:08:50: frei. Und für mich, mein Learning ist, ich halte mich dann zurück und ich brauche ein bisschen

00:08:57: Geduld. Es ist wahrscheinlich falsch, wenn ich eine Optimierung in diesem Bereich sehe. Und wenn

00:09:03: ich dann einen Vorschlag mache, setzt das eigentlich einen viel zu engen Rahmen, wo die

00:09:08: Leute gar nicht mehr rauskommen in ihrem Denken. Was ich auch verstehe, ist überhaupt keine Kritik.

00:09:13: Dieses Geduld haben ist nochmal ein ganz wichtiger Punkt. Die Leute werden Potenzial finden. Man muss

00:09:19: immer wieder darüber reden, aber eben auf einer ganz anderen Ebene. Und wenn du Teil eines Teams

00:09:26: bist und verstehst, was ich hier erklären will, frag Leute nach diesem Freiraum. Versucht euch

00:09:32: diesen Freiraum zu finden und arbeitet an euren Vorschlägen. Und dann wird es hoffentlich so sein,

00:09:39: dass ihr diese Freiräume auch bekommt. Weil ich glaube wirklich, keiner will so ein Optimierungspotenzial

00:09:46: sich entgehen lassen. Wie gesagt, mir war echt nach fünf Sätzen klar, als der Kollege ankam,

00:09:53: das ist es. Und mir war halt so klar, ich wäre nie drauf gekommen. Ja, das ist meine Geschichte,

00:09:59: die ich euch auf jeden Fall erzählen wollte. Das Team hat so viel Power. Dieses sie kennen ihren

00:10:06: Prozess ist einfach so gnadenlos gut. Ich hoffe, ihr findet euch darin wieder. Und ich hoffe,

00:10:12: das ist für euch in der Praxis total interessant. Mich würde wie immer eure Meinung interessieren,

00:10:18: hattet ihr vielleicht auch solche Erlebnisse? Oder denkt ihr, so ein Erlebnis hätte ich auch

00:10:22: gerne mal? Schreibt mir gerne auf all den Kanälen, die in den Shownotes verlinkt sind. Ich habe noch

00:10:28: eine ganz andere Bitte. Wenn dir das hier gefallen hat, dann teile das gerne mit deinen KollegInnen

00:10:33: oder auf Social Media. Je mehr Leute von dem Podcast erfahren, desto breiter wird die Diskussion,

00:10:40: desto besser kommen wir alle ins Gespräch. Und das ist eigentlich das Ziel von diesem Podcast.

00:10:45: Habt noch eine ganz tolle Woche und bis zum nächsten Mal bei No Bullshit Agile.

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