NBA55: Walking the Board
Shownotes
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AgileEcho
NBA54: AgileEcho - Anonym Feedback im Team sammeln
NBA48 - WiP Limits Deep Dive
WiP Limit Simulator
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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen bei No Bullshit Agile. Mein Name ist Thomas. Jede Woche spreche
00:00:07: ich hier kurz und knapp über Themen rund um agiles Arbeiten. In der letzten Folge habe
00:00:12: ich mein Tool Agile Echo vorgestellt, mit dem ihr anonyme Teamumfragen machen könnt und ihr
00:00:17: könnt diese sogar mit historischen Daten vergleichen. Wenn dich das interessiert,
00:00:22: der Link dazu, wie alle Links, die ich hier erwähne, findest du in den Show Notes. Heute,
00:00:27: in Folge 55, geht es um eine andere Gestaltungsart für das Daily, nämlich Walking the Board.
00:00:33: Ich fange mal ganz vorne an. Warum brauchen wir überhaupt ein Daily, habe ich mir als erste
00:00:38: Frage aufgeschrieben. Unser Ziel ist es, gute Software schnell zu liefern. Das leitet uns,
00:00:43: das ist das, was unser Mantra ist, das ist das, was uns bei allen Entscheidungen, die wir so im
00:00:49: Team treffen, hilft. Und natürlich soll das Daily auch genau diesem Ziel folgen. Es geht eben nicht
00:00:56: darum, einen Statusreport zu haben innerhalb des Teams oder für einen PO oder für einen PM oder
00:01:03: für Stakeholder oder für irgendwen. Es geht darum, dass das Team sich austauscht, wie es gute Software
00:01:10: schnell liefern kann. Das ist zumindest meine Auffassung davon, warum so ein Daily Sinn macht.
00:01:15: Wir wollen einfach dafür eine ordentliche Zeit haben, wo wir dies zusammen besprechen können
00:01:21: und koordinieren. Das passiert natürlich auch permanent, also außerhalb des Dailies. Es ist
00:01:27: schön, wenn das Team sich abstimmt, aber einen festen Platz dafür zu haben, weil wir Menschen
00:01:33: Menschen sind, ist auf jeden Fall nicht falsch. Die Viertelstunde ist sehr gut investiert. Der
00:01:39: Scrum Guide sagt das so nicht mehr, aber oft genug, so ging es mir auch sehr lange, denkt man,
00:01:45: wenn man über Daily spricht, über die, habe ich jetzt hier groß geschrieben in meinen Notes, drei
00:01:51: Fragen aus dem Daily. Also, was habe ich gestern getan, das dem Team hilft, das Sprintziel zu
00:01:56: erreichen? Was werde ich heute tun, um das Sprintziel zu erreichen? Und was hindert mich da dran? Das
00:02:02: sind die klassischen drei Fragen, die gibt es in verschiedensten Ausprägungen, aber sie haben
00:02:06: eigentlich immer diese drei Elemente, die das Daily geprägt haben. Das Scrum Guide selber,
00:02:14: das will ich hier auf jeden Fall sagen, hat das 2020 rausgeschmissen. Ja, genau aus solchen Gründen,
00:02:21: die ich jetzt auch ansprechen werde. Ich habe unser Daily immer daran angelehnt, an diese drei
00:02:27: Fragen, auch wenn wir schon lange Kann man machen. Für mich klang das plausibel und sinnvoll, ein
00:02:35: Daily genauso zu machen. Die Gefahr ist aber super hoch, wenn man das so macht, denn das allererste,
00:02:43: wahrscheinlich stellt ihr das auch fest, ist, das wird so eine Reporting-Veranstaltung. Das lässt
00:02:48: sich kaum verhindern, weil jeder eben aus seiner Perspektive diese drei Fragen beantwortet. Das
00:02:56: nächste, was ganz sicherlich eine Gefahr ist, ist, es bilden sich einfache Inseln. Jeder spricht nur
00:03:01: aus seinem Blick über seine Sachen, die er gerade tut, um ja irgendein Ziel zu erreichen, bei Scrum
00:03:09: vielleicht das Sprintziel für uns, vor allen Dingen, die gute Software schnell liefern. Das
00:03:14: ist dann immer nur ein Ausschnitt aus dem gesamten Projekt und es schließt eine Möglichkeit aus,
00:03:23: dass andere auch zu diesem Punkt sprechen. Das passiert trotzdem und das ist auch gut so,
00:03:29: dass das passiert. Das ist ja ein ganz wichtiges Ziel, aber die Tode dieses Herangehen fördert
00:03:35: das halt auf keinen Fall. Und es wäre so wichtig, über die gemeinsame Arbeit zu sprechen und sich
00:03:45: darauf zu fokussieren, was können wir tun, um Dinge schnell auf die Straße zu kriegen. Und
00:03:51: Walking the Board hilft da enorm. Das kann ich wirklich sagen. Ich will mal den Ablauf skizzieren.
00:03:59: Auch da gibt es wie immer Shades of Grey. Ich habe mal versucht, unser Vorgehen zu beschreiben.
00:04:06: Das basiert auf verschiedenen Quellen. Man kann bestimmt an bestimmten Dingen oder bei bestimmten
00:04:14: Dingen davon abweichen, aber das Grundprinzip ist eigentlich immer gleich. Ja, wie ich schon gesagt
00:04:19: habe, wir machen kann man. Unser ganz übergeordnetes Mantra ist, gute Software schnell liefern und aus
00:04:26: diesem Blick schauen wir uns zuallererst bei Walking the Board die Story an, die ganz oben ist. Das ist
00:04:33: die wichtigste Story für uns. Und das nächste Prinzip ist, wir arbeiten von rechts nach links.
00:04:38: Denn das, was sehr weit rechts in unserem Flow, in unseren Prozessschritten ist, das steht sehr
00:04:45: nah an einem Release. Das kriege ich früh auf die Straße. Das wird dem Kunden schneller Geld
00:04:51: verdienen. Das heißt also, zuallererst mal schauen wir uns das Board an. Wir fokussieren uns auf das,
00:04:57: was ganz oben ist, die Story, die ganz oben ist. Und wir wollen gucken, wir arbeiten von rechts
00:05:03: nach links. Das, was rechts ist, ist am dichtesten dran, released zu werden. Und dann schauen wir uns
00:05:11: den Stand dieser Story an. Und wir fragen uns, was können wir tun als gesamtes Team, um diese
00:05:18: Story zuzukriegen? Und dabei entsteht sehr viel. Die Leute fangen an, im Team darüber zu sprechen. Kann
00:05:26: ich damit einsteigen? Gibt es hier Blocker? Gibt es Abhängigkeiten? Tun wir gerade das Richtige? Gibt
00:05:33: es vielleicht Möglichkeiten, diese Story zu vereinfachen, die wir jetzt erst in diesem
00:05:39: Prozessschritt sehen? Und all das führt eben genau zu diesem Ziel. Wir wollen die oberste Story so
00:05:47: schnell es geht releasen. Wir wollen das nicht rushen. Wir wollen jetzt nicht fuschen oder sowas
00:05:52: in der Art. Aber wir wollen gucken, können wir als Team mit mehreren Leuten sinnvoll, das ist auch
00:05:59: wichtig, sinnvoll an dieser Story arbeiten? Und das kann sein, dass jemand eine gute Frage stellt, aus
00:06:07: der jemand anders dann etwas entwickelt und sagt, stimmt gut, dass du den Punkt erwähnst. Das heißt,
00:06:12: wir müssen noch an Folgendes denken. Es kann sein, dass jemand sagt, gucke mal, hier und da könnte
00:06:17: ich ja mit einsteigen. Also da gibt es ja zum Beispiel Dokumentation. Damit könnte ich doch
00:06:22: schon anfangen. Oder ich könnte doch diese Teile schon testen. Oder, oder, oder. Ja, wenn wir diese
00:06:29: Story abgeschlossen haben, schauen wir uns die nächste an und dann geht das Spiel von vorne los,
00:06:33: von rechts nach links. Was bringt diese Story einen Schritt weiter in unserem Flow? Was kann ich tun,
00:06:40: damit diese Story schnell fertig wird? Und so gehen wir einfach das komplette Board durch.
00:06:48: Die Effekte sind enorm. Das kann ich wirklich sagen. Das Vorgehen ermöglicht eben allen im Team an dieser
00:06:59: Story zu partizipieren. Jeder kann einen Beitrag haben. Nicht jeder muss. Es kann ja auch sein,
00:07:04: dass es um Spezialthemen geht. Es kann sein, dass bei der Story alles klar ist. Aber im Prinzip
00:07:10: öffnet diese Storyweise durchgehen und von rechts nach links arbeiten für alle den Raum. Das ist
00:07:16: was anderes, als wenn ein einzelner Mensch erzählt, an was er arbeitet, an was er gearbeitet hat und
00:07:22: was ihn blockiert. Das ist ganz, ganz anders. Wir sehen hier in diesem Vorgehen Möglichkeiten,
00:07:30: wo andere mit einspringen können. Ich hatte das gerade schon gesagt. Um ja, mit sinnvoll vielen
00:07:36: Leuten an dieser Story zu arbeiten. Also wie gesagt, Teilfunktionen übernehmen, Dokumentation
00:07:42: schon schreiben, Testing schon anfangen, Fragen klären. Es ergeben sich genug Möglichkeiten,
00:07:48: dass mehrere Leute an so einer Story arbeiten können. Die Story wird zu einer Team-Story. Das
00:07:54: ist was ganz anderes, als wenn einer aus seinem Blick erzählt, was er gerade macht. Denn manchmal
00:08:01: kann es dann passieren, dass die anderen gar nicht mal groß zuhören. Hans arbeitet ja schon dran. Der
00:08:07: hat alles im Griff. Den blockiert nix. Ja, er wird schon laufen, so nächste Person erzählt. Das ist
00:08:13: was anderes, wenn ich mir insgesamt als Team eben angucke, was können wir alle tun, um diese Story
00:08:19: fertig zu kriegen. Diese Dinge, dieses Vorgehen erhöhen tatsächlich messbar und anfassbar den
00:08:27: Durchsatz. Ich bekomme eine Story schneller von ersten Prozessschritt bis letzten Prozessschritt
00:08:34: in meinem Flow. Es passiert aber noch viel, viel mehr. Wir lernen aufgrund des Walking the Boards
00:08:43: viel mehr über unseren Flow und wir haben viel mehr Möglichkeiten, diesen kontinuierlichen
00:08:51: Verbesserungsprozess, also Kaizen, wirklich umzusetzen. Und das passiert bei uns wirklich
00:08:57: sehr, sehr oft in der Praxis. Das sind kleine Schritte, manchmal sind es große Schritte,
00:09:02: aber wir sind permanent dabei, unseren Flow besser kennen zu lernen. Wie arbeiten wir wirklich? Und
00:09:10: damit auch zu überlegen, was können wir am Flow verbessern, also Kaizen. Wichtig ist dabei,
00:09:15: das Board bildet nur unseren Flow ab, nicht andersherum. Nicht das Board gibt den Flow vor,
00:09:22: sondern wir haben eine Arbeitsmethodik, einen Flow und das Board hilft uns nur,
00:09:28: den zu repräsentieren. Das ist eine ganz, ganz wichtige und ganz entscheidende Sache. Es ist
00:09:34: unheimlich wichtig, wir nutzen Jira, egal welches Tool ihr nutzt, euch nicht von dem Tool
00:09:40: einschränken zu lassen, sondern ihr habt einen Flow und das verdammte Tool muss irgendwie diesen
00:09:46: Flow abbilden, nicht andersherum. Für die Flow-Optimierung und für Kaizen ist übrigens
00:09:53: VIP-Limit total relevant. Und ich habe in der Folge 48 über VIP-Limits gesprochen. Ich habe
00:10:00: dazu so einen kleinen Deep Dive gemacht und entstanden ist unter anderem auch ein VIP-Limit
00:10:05: Simulator, der euch wirklich hilft, zu erkennen, wie funktionieren VIP-Limits und welche Effekte
00:10:11: haben VIP-Limits. Wie allerdings auch die Links sind in den Shownotes. Der nächste Punkt, der auf
00:10:16: einer ganz anderen Ebene stattfindet, ist Wissensverbreiterung. Da alle im Team den
00:10:21: Fokus auf die Story haben und nicht darauf, was Hans gerade tut, verbreitet sich das Wissen durch
00:10:28: Fragestellungen, durch Antworten auf solche Fragen, durch Erklärungen, was in der Story
00:10:33: passiert, was das Ziel dieser Story ist. Es wird fachliches Wissen verbreitert, weil eine Frage
00:10:39: kommt, wie löst man sowas und jemand eine Chance hat, zu erklären, pass auf, nach dem Daily zeige
00:10:43: ich dir mal, wie man das macht. Das heißt, ganz natürlich, ohne dass man irgendwie ein anderes
00:10:50: Format noch haben muss, hole ich aus den 15 Minuten auch noch die Wissensverbreiterung im
00:10:56: Team mit raus. Es reduziert Missverständnis. Dadurch, dass alle den Fokus auf einer Story
00:11:02: haben und dann zur nächsten Story gehen und ein Fragendialog eben auch dabei unterstützt,
00:11:08: festzustellen, Moment mal, ist es wirklich so gemeint, soll wirklich das in dieser Story gemacht
00:11:13: werden oder Moment mal, ist der Ansatz zur Umsetzung wirklich richtig so, reduziert ihr
00:11:18: ganz klar Missverständnisse. Es fallen viel schneller Blocker-Unabhängigkeiten auf. Ihr
00:11:25: werdet feststellen, dass man viel schneller eine Verknüpfung zwischen verschiedenen Storys hin
00:11:29: bekommt, die auf dem Board sind. Moment mal, wir haben doch vorhin darüber gesprochen, dann ist
00:11:34: doch hier eine Abhängigkeit, dann sollten wir das vielleicht berücksichtigen, indem wir die
00:11:38: Reihenfolge der Storys zum Beispiel ändern. Es stärkt ungemein den Team-Spirit, es wird viel
00:11:43: klarer, wir arbeiten gemeinsam an dieser Story, die da ganz oben ist und wir gucken, dass wir
00:11:50: effektiv unsere Ressourcen so nutzen, dass wir gemeinsam diese Story fertig bekommen. Das ist
00:11:56: halt wieder was ganz anderes, als wenn Hans irgendwas erzählt. Und der letzte Punkt in meiner
00:12:02: Liste, aber sicherlich einer der wichtigsten, wir schaffen es auf diese Art und Weise, unseren Fokus
00:12:08: auf die Arbeit zu richten und nicht auf die Menschen. Wir wollen keine Menschen managen,
00:12:13: sondern wir wollen die Arbeit managen und mit Walking the Board erreiche ich genau das,
00:12:18: weil ich mir die Arbeit angucke und nicht das angucke, was ein Mensch gerade macht und wo ein
00:12:23: Mensch gerade steht. Insgesamt kann ich halt sagen, Walking the Board bringt uns unheimlich viel weiter
00:12:29: und der Durchsatz wird erhöht, das ist ganz klar so. Wir wachsen als Team zusammen, wir haben
00:12:36: permanent die Chance, unseren Flow zu verbessern, weil wir unseren Flow anfassen, die ganze Zeit.
00:12:41: Und wir arbeiten viel besser gemeinsam daran, unser großes Ziel zu erreichen, gute Software
00:12:49: schnell zu liefern, indem wir den Fokus auf eine Story setzen und dann auf die nächste und dann
00:12:54: auf die nächste. Walking the Board hilft ungemein dabei. Ja, wie immer, kurz und knapp, ich will
00:13:01: ja hier, ja ich sag mal, ein bisschen so Gedanken in Gang bringen und ich kann halt nur sagen,
00:13:07: Walking the Board ist eine richtig coole Sache. Mich würde wie immer interessieren,
00:13:12: welche Erfahrungen hast du so gemacht? Kennst du vielleicht andere Daily-Formate, wo du sagst,
00:13:16: na, wir haben Walking the Board ausprobiert, das ist eigentlich nochmal cooler oder ja,
00:13:21: nutzt du Walking the Board eigentlich schon, ja, ganz lange und sagst, ja, Thomas, was du da
00:13:26: erzählst, genau die Erfahrung habe ich auch gemacht. Gib mir da gerne Feedback, das ist für
00:13:31: mich total relevant und super interessant. Freue mich einfach auf jedes Feedback. Ich habe noch
00:13:36: eine ganz große Bitte, wenn dir das hier gefällt, wenn dir die Folge gefallen hat, wenn es dir
00:13:40: vielleicht sogar geholfen hat, teile die gerne mit deinen Kolleginnen, teile sie gerne auf Social
00:13:45: Media. Je mehr Leute von dem Podcast erfahren, desto breiter wird die Diskussion. Ja, und das
00:13:50: Wissen gebe ich gerne weiter und das fließt wieder zurück in neue Podcast-Folgen und damit hilft es
00:13:55: uns allen. Das wäre ganz toll und dafür sage ich schon mal danke. Habt noch eine ganz tolle Woche
00:14:00: und bis zur nächsten Folge bei No-Bullshit-Agile.
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