NBA80: Flight Level

Shownotes

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NBA79: Kanban Upstream und Downstream einfach erklärt

NBA77 – No Bullshit Kanban Starter Guide

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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen bei No-Bullshit-Agile. Mein Name ist Thomas. Jede Woche spreche ich hier

00:00:07: kurz und knapp über Themen rund um agiles Arbeiten. Vielleicht findet ihr euch da wieder,

00:00:12: es gibt halbfertige Aufgaben, die bei euch ins System rutschen und dann verstopft alles. Damit

00:00:19: das nicht passiert, müsst ihr den gesamten Arbeitsfluss verstehen. Und genau darum ging

00:00:24: es in der Folge 79, Upstream und Downstream Kanban. Also wie kann Arbeit sauber durchs System kommen

00:00:33: und wie kommt sie sauber wieder raus und wie schließe ich die Feedback-Schleife. Wenn dich

00:00:39: das interessiert, hör da gerne rein. Den Link zu der Folge 79 findest du in den Shownotes. Heute

00:00:44: heben wir ab, denn es soll um Kanban-Flightlevel gehen. Und in meinen Augen, das jetzt schon mal

00:00:50: vorab, ist es tatsächlich gar nicht nur für ein Kanban-System interessant, sondern wahrscheinlich

00:00:54: sogar auch für andere Systeme. Zumindest die Idee dahinter. Was wir machen ist, wir schauen auf drei

00:01:00: Flughöhen. Wir haben einmal das Team, dann haben wir eine Ebene höher, die Koordination über mehrere

00:01:08: Teams und wir haben ganz oben, Flightlevel 3, die grundsätzliche Produkt- oder Unternehmensstrategie.

00:01:15: Und Flightlevel sind eben für Kanban-Teams sehr interessant, weil sie die Lücke zwischen

00:01:20: Teamwork, bereichsübergreifender Koordination und Strategie schließen. So kann man weniger

00:01:26: Parallelarbeit haben, so kann man Blocker über Teams weg zum Beispiel auch sicherer machen und

00:01:32: das hilft euch eben bei eurem Gesamtflow für das Gesamtprodukt und für das Gesamtunternehmen.

00:01:38: Flightlevel sind vor allen Dingen dann super interessant, wenn ihr mit mehr als einem Team

00:01:44: an einem Produkt arbeitet. Bevor wir da tiefer einsteigen, ein bisschen Housekeeping. Ich habe

00:01:50: mich ja tatsächlich dazu durchgerungen, auch ein Newsletter rauszuhauen. Ich weiß, ihr werdet mit

00:01:56: Newslettern überschwemmt und das verstehe ich auch und bei mir ist es genauso, dass ich sehr stark

00:02:02: darauf achte, welchen Newsletter abonniere ich überhaupt, bevor ich ihn überhaupt ausprobiere,

00:02:09: weil man kann ja jederzeit auch unsubscriben und trotzdem habe ich mir was überlegt. Mein Newsletter

00:02:15: ist ein bisschen anders als die anderen Newsletter, die ihr so kennt, weil mein Hauptkanal ja eben

00:02:20: einfach hier dieser Podcast ist. Ich habe mir dazu folgendes gedacht. Ich erwähne natürlich die Folge

00:02:26: der Woche, also der Newsletter erscheint einmal die Woche. Ich rede ein bisschen darüber, was ist

00:02:33: mir die Woche über so aufgefallen. Ich suche dafür einen Link zu einem interessanten Artikel raus oder

00:02:39: einem Video oder einen Blogpost oder was auch immer ich gefunden habe. Dann hänge ich gerne noch so

00:02:45: einen kurzen Abschnitt, einen Praxistipp dazu und ich habe für dich so eine Frage der Woche. Die Idee

00:02:51: dahinter ist ja, dir ein bisschen Futter für den Kopf zu geben, irgendwas worüber du vielleicht

00:02:57: ein bisschen länger nachdenken willst, was sich vielleicht weiterbringt und das alles immer im

00:03:01: Kontext eben der aktuellen Folge der Woche. Wenn dich das interessiert, wenn du mal in eine Newsletter

00:03:07: reinschnuppern willst, ich habe ein Beispiel Newsletter bei mir auf die Webseite gepackt und

00:03:11: ja wie gesagt, man kann sich jederzeit abmelden und ich kann dir auch versprechen, ich werde genauso

00:03:16: wie hier in den Podcast da nie Werbung reinpacken und ich werde dir auch nicht alle zwei Tage

00:03:21: irgendwas schicken, sondern kerne es eben einfach für die Leute, die ja sage ich mal noch ein bisschen

00:03:28: Randinfo rund um die Podcast Folge haben wollen, da irgendwie noch einen weiteren Kanal zu schaffen

00:03:34: und das wäre der Newsletter. Schau einfach mal rein. Vielen Dank, vielleicht ist das was für

00:03:39: dich und wenn es nichts ist, unsubscriben kann man jederzeit. Okay, dann würde ich sagen genug

00:03:44: der Vorrede, wir steigen mal ein. Kanban-Flightlevel. Du findest in anderen Frameworks oder ganze

00:03:52: Frameworks sind so gebaut, immer auch eine Möglichkeit, wie gehe ich denn damit um, wenn

00:03:56: ich nicht nur ein Team habe, das an einem Produkt arbeitet. Vielleicht habt ihr mehrere Teams bei

00:04:03: euch, aber die sind komplett disjunkt, dann habt ihr immer noch die Ebene ja eures Gesamtunternehmens,

00:04:09: über das koordiniert werden sollte, Strategien vorgegeben werden sollten. Flightlevel ist im

00:04:16: Prinzip der Kanban-Ansatz, um mehrere Teams zu koordinieren. Wir haben ja in den Kanban Starterguide

00:04:24: und auch in zum Beispiel der letzten Folge Upstream, Downstream viel uns damit beschäftigt, dass wir

00:04:30: ein Team haben. Das Team, und so habe ich dieses Bild ja gemalt, lebt auf einer Insel. Insel habe

00:04:37: ich deswegen gewählt, weil ich es bildlich ganz schön finde, weil viele das so auch im täglichen

00:04:42: Leben ein bisschen erleben, dass man so allein auf so einer Insel ist. Wir wissen aber, dass das

00:04:47: nicht so stimmt. Wir haben zum Beispiel für ein einzelnes Team einen Eingang, den Upstream, irgendwo

00:04:54: kommt die Arbeit ja her und wir haben einen Ausgang, den Downstream. Wir liefern ja etwas und dann

00:04:59: sollte sich so ein Zyklus schließen durch Feedback, das dann wieder bestimmte Dinge in den Eingang

00:05:05: definiert. Und als Team möchtest du eben nicht nur deine tägliche Arbeit sehen, sondern du möchtest

00:05:11: auch den Upstream sehen und da mitmachen und du möchtest auch den Downstream sehen und dieses

00:05:16: Feedback bekommen. Das ist alles Flightlevel 1. Und Flightlevel 1 ist das, wo wir täglich drin

00:05:28: leben, wenn wir Kanban machen. Ehrlich gesagt, auch wenn ihr Scrum macht, seid ihr in der Regel auch

00:05:32: erst mal auf diesem Flightlevel. Darüber gesprochen oder darüber gesehen, deswegen ist dieses Bild von

00:05:38: diesen Flightlevels gar nicht so schlecht, sind wir jetzt eine Ebene höher. Ihr habt vielleicht

00:05:44: mehrere Teams, zwei oder mehr, die an dem gleichen Produkt arbeiten und ihr habt die Teams auf

00:05:50: irgendeine Art und Weise jetzt aufgeteilt. Das heißt, jedes Team hat so seine Insel, hat seinen

00:05:56: Downstream und seinen Upstream. Flightlevel 2 möchte ich jetzt diese zwei oder mehr Teams

00:06:02: koordinieren, denn sie arbeiten ja an dem gleichen Produkt. Und je nachdem, was ihr für eine

00:06:08: Aufteilung gewählt habt, keine Ahnung, vielleicht habt ihr ein Team, das macht Frontend und ein Team, das

00:06:12: macht Backend. Das wäre vielleicht nicht so die schlauste Aufteilung, kann ich gleich sagen. Oder

00:06:17: ihr habt ein Team, das bearbeitet den Bereich A in einem Produkt und ein anderes Team, das arbeitet

00:06:23: den Bereich B. Und trotzdem, deswegen ist dieses Inselbild so schön, ist es vielleicht erst mal eine

00:06:30: Insel, aber man müsste schon gucken, dass man jetzt diese beiden Teams oder mehr als zwei Teams

00:06:37: auch koordiniert. Und genau diese Abstraktionsebene ist eben der Flightlevel 2. Und wenn wir dann noch

00:06:44: eine Abstraktionsebene höher gehen auf den Flightlevel 3, dann sind wir eben bei der Strategie. Da geht es

00:06:51: um Outcome. Ist das Produktportfolio für das Unternehmen noch richtig? Ist das Gesamtprodukt auf dem

00:07:00: Markt noch richtig? Hier geht es eben darum, auf einer noch abstrahierteren Ebene permanent zu

00:07:07: koordinieren. Laufen wir alle in die richtige Richtung? Und das heißt deswegen Flightlevel, weil

00:07:12: man sich das wunderschön vorstellen kann. Der Flightlevel 1, da bist du im Prinzip auf dem Boden. Du

00:07:18: bist in deinem täglichen Leben drin. Der Flightlevel 2, das ist vielleicht eine Cessna, die kann nicht so

00:07:24: hoch fliegen. Du erkennst noch Autos, wenn man jetzt in diesem Flugzeugbild bleibt, Menschen, die vielleicht

00:07:29: durch die Gegend laufen. Und der Flightlevel 3, da bist du dann, keine Ahnung, in einem Jumbojet oder sowas

00:07:41: in der Art und fliegst schon fast über den Wolken. Details erkennst du nicht mehr. Und das ist dieses

00:07:48: Bild von diesen Flightlevels. Das Prinzip, was hier angewandt wird und das Ganze ist ein mentales Modell,

00:07:56: ist eben, du willst den Wertfluss über Organisationsgrenzen hinweg sehen und optimieren. Wir

00:08:04: wollen nicht nur in unserem Team optimieren, sondern wir wollen über unsere Gesamtorganisation hinweg

00:08:10: optimieren. Und wir wollen eine Transparenz über alle Ebenen schaffen. Wir wollen eben, dass aus

00:08:16: dem Flightlevel 3 heraus klar ist, auf einer abstrahlierten Ebene, was ist unsere Strategie, was sind

00:08:22: unsere Unternehmensziele. Und das möchte ich durch die nächsten beiden Flightlevel eben durchkommunizieren,

00:08:29: sage ich mal. Wie kann man das ganz einfach erklärt umsetzen? Naja, auf dieser obersten Ebene, dem

00:08:37: Flightlevel 3, gibt es ein Strategieboard. Da sind eben die Topziele, die Unternehmensziele definiert. Da

00:08:44: werden Hypothesen formuliert. Da wird der Gesamtfortschritt festgehalten. Auf dieser mittleren

00:08:49: Stufe geht es eben darum, Work-Items über die Teams hinweg zu koordinieren. Wir wollen potenzielle

00:08:58: Blocker erkennen. Wir wollen Blocker eliminieren. Wir wollen Abhängigkeiten erkennen und auch diese

00:09:03: eliminieren. Und auf dem Level 1 geht es eben darum, ja, das Produkt weiter zu entwickeln und zu

00:09:10: gestalten. Vielleicht ein kleiner Einschub an dieser Stelle. Wenn du schon mal OKRs gehört hast,

00:09:17: Objective Key Results, eine auch sehr schicke Methode, dann wirst du feststellen, dass OKR für

00:09:25: dieses Dripping Down sehr gut geeignet ist. Und deswegen findet man auch sehr oft eine Kombination

00:09:31: von die Methodik oder die Idee Flightlevel einführen und die Methodik oder die Idee OKRs

00:09:39: einführen. Da will ich hier jetzt in dieser Folge nicht konkreter drauf eingehen, weil es mir jetzt

00:09:44: erst mal nur um das Kann-Man-Prinzip geht. Aber wenn du rechts und links vom Weg gucken willst,

00:09:50: wäre mein Tipp, guck mal in Richtung OKR. Um konkretes Beispiel mal zu geben, nehmen wir mal

00:09:58: an, wir sind zuständig für einen Webseiten-Relaunch. Und dieses Webseiten-Relaunch hat zwei ganz große

00:10:07: Produktfeatures und insgesamt noch eine große Marketing-Kampagne drumherum. Dann wäre es auf

00:10:14: Flightlevel 3 so, dass wir grundsätzlich definieren, wir haben folgende Unternehmensziele, die wir jetzt

00:10:23: in solchen Projekten umsetzen. Also wir wollen die Conversion optimieren, wir wollen unser Time-to-Market

00:10:30: verbessern und wir wollen die Stabilität des Gesamtsystems verbessern. Deswegen machen wir

00:10:35: diesen Relaunch. Und auf Flightlevel 2 braucht es jetzt eine Koordination. Wie hat er gesagt,

00:10:41: wir haben zwei Produkte und auch noch eine Marketing-Kampagne, die jetzt UX, UI, Backend,

00:10:47: den Content, rechtliche Dinge, das Marketing, die Texte, die Aussagen, alles was dazu gehört,

00:10:54: jetzt koordiniert. Das kann man nicht jetzt nur zu einem Team geben, sondern das ist ja was

00:10:59: Übergeordnetes. Und auf Flightlevel 1 liefern diese Teams jetzt, so wie wir es kennen, in dem Rhythmus auf

00:11:08: Basis dessen, was aus Flightlevel 3 und 2 definiert wurde, koordiniert jetzt diese Produktfeatures und

00:11:17: die allumspannende Kampagne dazu. Und das ist dann deutlich weniger Multitasking. Ihr habt deutlich

00:11:25: weniger Blocker, ihr habt Abhängigkeiten erkannt, ihr könnt Maßnahmen treffen, wie ihr das koordinieren

00:11:31: wollt innerhalb dieser Abhängigkeiten und ihr schafft es so, eben in Iterationen, in selbstständigen Teams

00:11:39: trotzdem koordiniert, etwas Gesamtes zu liefern, das nicht erst am Ende zusammenkommt und ihr dann

00:11:46: hofft, dass es zusammenpasst, sondern das praktisch während der Entwicklung in einer

00:11:51: Gesamtkoordination geplant war und durchgeführt wurde. Was können Fallstricke sein? Wenn ihr jetzt

00:11:59: nur anfangen zu sagen, okay wir machen zwei neue Boards, das eine ist ein Strategieboard und das

00:12:04: andere auf Flightlevel 2 koordiniert unsere zwei Teams, dann ist das höchstwahrscheinlich zu kurz.

00:12:10: Wie so oft geht es ja darum, nicht eine Technologie einzuführen, wie neue Boards, sondern die Menschen

00:12:17: zusammenzubringen und zwar zur richtigen Zeit. Und es kann schwierig werden, da müsst ihr natürlich

00:12:23: darauf aufpassen, wenn ihr jetzt diese Flightlevel einführt, dass eure Leadtime leidet, weil ihr

00:12:31: einfach zu viel Overhead erzeugt habt. Deswegen hatte ich vorhin auch gesagt, wenn ihr ein Team

00:12:36: habt, das an einem Produkt alleine arbeiten kann, dann ist das höchstwahrscheinlich nicht der

00:12:42: schlechteste Zustand. Aber es gibt genug Situationen, wo Produkte so groß sind, dass man nicht nur mit

00:12:50: einem Team daran arbeiten kann. Und dann hilft die Methodik und das Mindset hinter Flightlevel und

00:12:57: natürlich irgendwann auch Tools, Koordinationstools für die Transparenz wie ein Board sehr.

00:13:03: Und das soll es tatsächlich für heute auch schon gewesen sein. Wie immer geht es mir darum, euch ein

00:13:07: bisschen zu inspirieren, euch ins Denken zu bringen. Und wie gesagt, wir arbeiten uns ja Schritt für Schritt

00:13:14: in Richtung des Advanced-Kanban-Guides, der ja auf dem Starterguide aufbaut und weiterführende Kanban-Prinzipien

00:13:23: einführt. Und das Thema Flightlevel fand im Starterguide auch schon statt, wird sicherlich eine größere Rolle

00:13:30: in dem Advanced-Guide übernehmen. Und deswegen dachte ich mir, als nächste Folge macht das thematisch hier

00:13:36: einfach total Sinn. Wie immer freue ich mich hier über euer Feedback. Habt ihr Erfahrung damit? Ist das

00:13:42: vielleicht ein Baustein, der euch fehlt? Ist das ein Baustein, an dem ihr dran seid? Habt ihr da große Learnings?

00:13:47: Teilt das gern mit mir. Alle Kanäle, auf denen ihr mich erreicht, findet ihr in den Shownotes. Und ansonsten

00:13:53: habe ich wie immer eine ganz große Bitte. Wenn dir das hier gefallen hat, dann teile das gerne mit deinen

00:13:59: Kolleginnen und Kollegen und teile es gerne auch auf Social Media. Je mehr Leute hier von dem Podcast

00:14:04: erfahren, desto größer kann die Diskussion werden, desto mehr Themen kann ich aufnehmen und entsprechend auch

00:14:10: wieder Folgen darüber machen. Und das kommt dir ja auch zugute. Wenn du in Kanban einsteigen willst, würde ich

00:14:17: sagen, hör die Folge NBA 77 an, schau dir den No-Bullshit-Kanban-Starterguide an. Das ist der perfekte Start aus der

00:14:26: Praxis heraus, wenn du mit Kanban loslegen willst. Ansonsten sage ich, habt noch eine ganz tolle Woche und bis zur

00:14:33: nächsten Folge bei No-Bullshit-Edgeye.

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